Meine drei Tage im Cat Tien Park fasse ich aus Effizienzgründen zu einem Bericht zusammen. Nicht dass es nicht genug zu zeigen oder erzählen gäbe. Aber ich möchte nicht Vogelinteressierte nicht mit Bilder der über 40 beobachteten Vogelarten langweilen und ausserdem muss ich ein paar Tage Blog-Schreiben aufholen, habe dafür aber nur noch 2 Stunden Zeit, bis es in HaLong auf das Boot geht.

Bevor es aber nach Cat Tien ging, gibt es noch eine kleine Geschichte vom Hotel davor zu erzählen. Ich war ja am Vorabend mit dem Flugzeug zurück nach Saigon geflogen. Dort hatte ich in Gehdistanz ein Hotel gebucht, wo mich am nächsten Morgen um 07:00 ein Fahrer für den Transfer zum Cat Tien Park abholen sollte. Das Hotel sollte leicht zu finden sein, ich hatte sogar eine ausgedruckte Karte dabei. Einfach vom Flugplatz-Terminal geradeaus 800 Meter weit gehen.  Dass es auf diesem 800 Meter zwei stark befahrene Strassen ohne eigentliche Fussgängerinfrastruktur zu überqueren galt, sei nur am Rande erwähnt. Als ich dann aber an der auf der Karte markierten Stelle angekommen war, war weit und breit nichts von einem Hotel zu sehen. Es war irgendeine schlechtbeleuchtete Nebenstrasse. Auch die Suche auf meinem “Smart”-Phone gab nicht eine smartere Antwort. Das Hotel war gemäss dem global Internet einfach hier. So schnell gab ich dann aber doch nicht auf und machte mich auf die Suche nach dem Hotel basierend auf der Adresse. Die Strasse hatte ich schnell gefunden, nur die Hausnummern waren noch erschreckend hoch. Ich musste noch rund einen Kilometer weit auf dieser noch schlechter beleuchteten Strasse gehen, bis ich endlich vor meinem Hotel stand, wohlgemerkt mit rund 35 kg Gepäck umgehängt. Jetzt weiss ich zumindest, wieso sie 20$ für den Airport Pickup verlangen …

Pünktlich um 07:00 wurde ich am nächsten Tag beim Hotel abgeholt. Die Fahrt in den Cat Tien Park war abwechslungsreich. Der Morgenverkehr bzw. das Chaos war in seiner vollen Herrlichkeit zu spüren.

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Nach 4 Stunden waren wir da und ich konnte mit dem Fährboot übersetzen, da es keine direkte Strassenverbindung in den Park gibt.

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Obwohl es hier sogar zwei Restaurants gibt, eines wohl hauptsächlich für die Belegschaft gedacht, sind die Einrichtungen sehr einfach gehalten.

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Meinen Nicht-Insektenphobiker konnte ich im Gegensatz zu Mui Ne nun aber voll ausspielen. In meinem Zimmer tummelte sich eine grössere Anzahl von Vierbeiner. Manch botanischer Garten wäre neidisch darauf gewesen. Anfänglich Versuche, die Artenvielfallt etwas zu reduzieren, gab ich aber schnell auf, denn es kamen dann einfach neu nach. So lebten wir in friedlichem Nebeneinander. Nachtsicht vom Haus, in dem ich mein Zimmer hatte.

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Ich war aber nicht wegen der Insekten hier, sondern wegen der Vögel. Um 15:30 ging es dann los. Zwischen 11:00-15:30 ist es einfach zu heiss, sowohl für die Menschen als auch die Vögel. Mein Guide, Mr. Trong, arbeitet schon seit 12 Jahre für den Park und war ein super Experte und Führer

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Jetzt kommen die erste Serie von Vögeln. Insgesamt habe ich über 40 verschiedene fotografieren können und weit über 50 gesehen. Die Namen der Vögel sind alle notiert, ich muss mich aber erst noch um die Übersetzung bemühen.

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Klar das das eine Eule ist und kein Wellensittich!

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Zorro lässt grüssen

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Im Flug mit Futter

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jetzt kommen zwei mit dickem Schnabel.

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Ein Kingfischer.

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Das Fotografieren im dichten Wald ist äusserst anspruchsvoll. Einerseits ist es auch am Tag recht dunkel, dann ist die direkte Sicht oft durch Laub verdeckt und manche Vögel ist sehr klein und sitzen kaum ein paar Sekunden am gleiche Ort.

Am zweiten Tag haben wir an einem speziellen Ort Stellung bezogen und etwas Würmer gelegt. Ziel war, zwei spezielle Vögel anzulocken, Pitta genannt, die nur in diesem Teil der Welt vorkommen. Nach rund einer halben Stunde war es so weit und die Pittas waren da

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Aus einer anderen Perspektive. Sieht klein aus, ist aber in Wirklichkeit sogar etwas grösser als zum Beispiel eine Amsel.

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Das ist der andere Vogel

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Dass die Würmer auch andere Vögel anlocken würde, war ja wohl klar:

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Und noch einer:

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Hier gibt es noch einen Blick hinter die Kulissen.

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Am zweiten Tag ging es in einem 5 Kilometer Fussmarsch durch den Dschungel zu einem kleinen See. Dort konnte ich eine Bootsfahrt machen und die anwesenden Wasservögel beobachten.

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Irgendein Huhn mit langen Beinen

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Ein Grauer Herron im Flug.

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Wieder lange Beine, muss wohl am Wasser liegen

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Der See heisst Krokodil See und siehe da, es gibt sogar Krokodil im See. Deshalb lässt man wohl besser das Schwimmen.

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Man merkt es leider, aber gegen Mittag ist das Licht nicht mehr so gut für gute Fotos. So gab es nur noch Bilder “for the record”.

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Zerzauste Schwalben am Ruhen.

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Das Mittagessen hatten wir mitgebracht, denn am See gab es ausser einer Ranger-Station keine Gebäude

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Katzen sieht man hier ganz selten und wenn sind sie meist sehr dürr.

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Das waren im Schnelldurchgang die Vögel. Neben den Vögeln haben mir im Wald aber immer wieder die Wurzeln und Bäume fasziniert. Deshalb folgt jetzt ein spezieller Wurzelabschnitt.

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Baum mit riesiger Wurzel, er ist mehrere hundert Jahre alt.

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Gleicher Baum von unten nach oben.

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Im Abendlicht

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Ab letzten Tag sollte mich ein Fahrer zurück zum Flugplatz nach Saigon bringen. Da mein Flug um 15:40 fliegen sollte, planten wir eine Ankunft gegen 13:30. Unterwegs wollte ich dann auf meinen Laptop und einem komplizierten technischen Setup mit meinem Handy ein Online-Checkin machen. Das ging soweit alles ohne Probleme mit Ausnahme der Tatsache, dass der Flug auf 13:45 vorverschoben worden war. Das würde eng werden! Glücklicherweise hatte es nur wenig Verkehr und mein Fahrer schlängelte sich geschickt links und rechts an allem vorbei, was uns in den Weg kam. Als ich dann gegen 13:00 da war, musste ich feststellen, dass mich der Fahrer im internationalen Terminal abgesetzt hatte. Also musste ich schnell in den nationalen Terminal rennen und fragte mich durch zum richtigen Gepäck-Abgabe Schalter. Die Schlangen waren riesig aber irgendwann bekam ich einen “Last Minute” Kleber und konnte an allen vorbei gehen. Nachdem ich den Rucksack los war ging es gleich weiter zum Gate. Das Boarding hatte gemäss Boarding-Karte zwar schon begonnen, aber da das Gepäck abgegeben war, war die grösste Gefahr für ein Verpassen des Fluges gebannt. Am Gate angekommen wurde mir dann aber mitgeteilt, dass der Flug gestrichen worden war! Mein Gepäck könne ich wieder in der Gepäckhalle abholen. Ok ….?!?!?! Nach endlosem Warten in irgendwelchen anderen Schlangen wurde mir dann mitgeteilt, dass ich für einen Flug um 16:00 nach Hanoi umgebucht worden war. Von dort müsse ich dann selber weiterschauen. Dass ist in etwa so, wie wenn man statt nach Zürich in München abgesetzt wird. Nachdem ich den Flug nun endlich bestätigt hatte setzt ich mich mit dem Guide für die HaLong Bay Bootstour vom nächsten Tag in Kontakt. Dieser konnte glücklicherweise einen Transferservice so kurzfristig organisieren. Nach 2 Stunden Flug und weiteren 4 Stunden Autofahrt war ich dann endlich in HaLong Bay angekommen. Jetzt stehen zum Glück zwei easy Tage an, denn gleich nochmals eine 13 Stunden Reise brauche ich nicht.

Saigon kurz nach dem Start. Der Flieger war übrigens eine Airbus 330, ein Langstreckenflieger. Denn mussten sie auch einsetzen für all die Umgebuchten Passagiere, denn er war bis zum letzten Platz voll.

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