Am heutigen Tag ging es wieder zurück an die Küste nach Swakopmund. Ursprünglich war diese Etappe nicht eingeplant. Ich wollte aber nach mehreren vergeblichen Versuchen auf früheren Reisen endlich einmal an einer “Desert Animals” Touren teilnehmen. Dabei werden die kleinen Tiere der Wüste gezeigt.

Bevor wir aber nach Swakopmund aufbrechen, möchte ich noch zwei Bilder unserer schönen Lodge zeigen. Jedes Haus hat im hinteren Teil eine Aussichtsplatform. Dort kann man auch die Nacht unter freiem Himmel verbringen, was ich natürlich ausprobiert musste. In der ersten Nacht unterschätzte ich etwas den Wind und wie stark sich die Temperaturen abkühlen würden. So wurde irgendwann meine Neopren-Laptoptasche als Mütze umfunktioniert, da ich zu faul war, die richtige aus meiner Reisetasche zu holen.

Das Frühstück gibt es natürlich auch unter freiem Himmel.

Wir hatten in der letzten Lodge eine Brille liegen lassen. Da der Umweg über Wolwedans nach Swakopmund nur etwa 20 Minuten zusätzlich Flugzeit war, beschlossen wir, dort eine Zwischenlandung zu machen. So ergab sich ausserdem die Möglichkeit, die Wolwedans Dune Lodge aus der Luft zu fotografieren. Sieht doch auch ganz nett aus?

Da wir die Rezeption in Wolwedans über unsere Absicht informiert hatten, wurde die Brille bei laufendem Motor übergeben und keine 2 Minuten später waren wir schon wieder in der Luft Richtung Swakopmund. Zuerst ging es noch über etwas bergiges Gebiet

bevor wir dann über die riesige Wüste flogen.

Offensichtlich liegt hier nur wenig Sand über dem steinigen Untergrund.

Je näher wir an Swakopmund kamen, desto mehr Wolken und Neben zogen von der Küste auf.

Swakopmund ist bekannt, dass dort am Morgen oft Nebel herrscht, der sich dann erst am Nachmittag langsam auflöst. Das war auch der Unsicherheitsfaktor für unseren Flug. Können wir am nächsten Tag überhaupt am Morgen wieder starten? Wie es sich herausstellte war das alles kein Problem! Das Klima in Swakopmund fühlt sich nach mehreren Tagen in der Wüste und 35+ Grad “etwas” frisch an.

Am Nachmittag ging es dann wie geplant auf eine “Desert Animal Tour”.

Zuerst gab es noch etwas Geschichte. 1914 wurden in Swakopmund über 1600 Pferde und Maultiere notgeschlachtet, da sie an einer unbekannten potenziell übertragbaren Krankheit litten. Ein Tierarzt wurde aus Südafrika gerufen, erlitt aber auf der Reise Schiffbruch und erreicht deshalb nicht rechtzeitig Swakopmund.

Und nun ging die Suche los. Düne rauf, Düne runter. Aufgrund des Winds und der kalten Temperaturen hatte unser Guide grosse Mühe, irgendwelche Reptilien zu finden. Normalerweise sind die Spuren im Sand eine grosse Hilfe bei der Suche. Beim vorherrschenden Wind waren diese aber schon nach wenigen Minuten nicht mehr sichtbar. Das stachelte den Guide umso mehr an. Man konnte seine Freude sehen, wenn er wieder etwas gefunden hatte.

Eine Blindschleiche, “Bleindschliiche” wie der Guide es sagte. Zum Aufwärmen ok, der wow-Faktor wird aber höchstens durch die Tatsache verursacht, wie schnell sich die Blindschleiche wieder im Sand eingräbt.

Beim folgenden Chamäleon ist das aber schon ganz anders. In der Folge sehen wir mehrere und können feststellen, wie sie je nach Untergrund ihre Farbe verändern können.

Die mitgebrachten Würmer sind ein willkommenes Fressen. Dank meiner “Machine Gun” konnte ich auch ein paar gute Fotos von der langen Zunge machen.

Bei folgenden Tier ist mir leider der Name entfallen. Es war aber vermutlich irgendetwas mit “Schnell-In-den-Sand-Eintauchen”, denn wenn man es auf den Sand setzte, ging es den Bruchteil einer Sekunde, bis es verschwunden war. Sicher dabei geholfen haben die riesigen Beine und Arme.

Wie sich zeigte, kann man das Reptil aber auch als “Living Desert” Schmuck brauchen, ganz ohne Loch im Ohr.

Zur Auflockerung an dieser Stelle ein paar Vögel. Natürlich gibt es mehr in dieser Region, aber das war nicht das Hauptziel unseres Ausfluges.

Unser Guide gab nicht auf. Die Sonne stand zwar schon tief, aber er suchte immer noch nach weiteren Tieren.

Die Würmer für die Chamäleons lockten auch Vögel an, die offenbar mit dem wiederkehrenden Ritual der Touren bestens vertraut sind und schon fast aus der Hand fressen.

Schlussendlich wurde unser Guide doch noch fündig: Ein “Wüsten Gecko”. Er sieht total zerbrechlich aus, kann sich aber innerhalb weniger Minuten einen bis zu 30 Zentimeter tiefen Tunnel graben.

Detailaufnahme. Die Augen sehen schon sehr speziell aus.

Nachher setzten wir den Gecko wieder vor seinen Tunnel. Zu bemerken ist, dass der auf dem Foto sichtbare Tunnel von unserem Guide ausgegraben wurde, d.h. der Tunnel verläuft eigentlich bis an die Oberfläche.

In Swakopmund haben wir in einem Hotel übernachtet, das von einem ausgewanderten Schweizer betrieben wird. So gab es zum Nachtessen u.a. “Lachs auf Rösti” und auch die Weinauswahl war hervorragend.

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