Tag 11 – Elefant-o-mania

Heute war unser zweite Tag im Mowani Mountain Camp in der Twyfelfontain Region. Nachdem wir gestern die bekannten Felszeichnungen angeschaut hatten, stand heute ein Game-Drive zu dem “Wüsten-Elefanten” auf dem Programm. Die morgendlichen Temperaturen lagen bereits in einer Region, wo in der Schweiz von einem heißen Tag geredet wird. Ein früher Start war deshalb von großem Vorteil und so ging es bereits um 06:30 los.

Zuerst gibt es aber noch einen Blick vom Swimming Pool aus in die naheliegenden Hügel. Man kann sich wirklich nicht beklagen.

Wie bereits erwähnt ist der Sonnenuntergang meist spektakulär. Das Gleiche kann man auch vom Sonnenaufgang beobachten, wobei hier ganz klar ein Fotograf die Choreografie geführt hat.

Tauben warten auf die Starterlaubnis.

Etwas später von unterwegs, nicht minder spektakulär.

Und zu guter Letzt ein doch etwas exponierter Kastanienbaum. Zumindest glaube ich, dass es sich um einen Kastanienbaum handelt.

Kastanienbaum hin oder her und den Sonnenaufgang abgehakt, war unser eigentliches Ziel von heute die Wüstenelefanten. Unser Guide, Max, erklärte uns, dass vom Camp aus zwei verschiedene Elefantenfamilien beobachtet werden können. Sie bestehen jeweils aus 13-15 Elefanten und bewegen sich in einer Region, die etwa 20 Kilometer nördlicher vom Camp liegt. Immer wieder hielt Max an und inspizierte die Fuss-Spuren auf der Strasse. Es war sogar für ein totales Greenhorn klar, dass die Abdrücke nur von einem Elefanten stammen konnten. Allerdings waren die Spuren mehr als einen Tag alt, sodass dadurch nur der ungefähre Aufenthaltsort bestimmt werden konnte. Denn obwohl die Bewegung von Elefanten sehr langsam aussieht, können sie locker 20 oder mehr Kilometer an einem Tag zurücklegen. Aber Max wäre nicht Max, der Elefanten-Tracker, wenn er nicht zielstrebig auf die Elefanten zugesteuert wäre.

Nach nicht allzu langer Zeit hatten wir sie gefunden.

Dummerweise waren die Elefanten aber noch ziemlich weit entfernt. Ok, das wird schwierig, war der erste Gedanke, denn es war weit und breit keine Strasse in die Richtung der Dickhäuter sichtbar und die Bodenbeschaffenheit dorthin konnte man als mittleres Geröllfeld bezeichnen. Nun kam abermals die Stunde von Max und seinem Toyota. Sein Moto war: “Nichts ist unmöglich mit meinem Toyota”. Auf seine Worte folgten Taten. Taten, die auch den letzten von uns aus dem Schlaf rüttelten. Wir konnten uns nur noch festhalten und staunen, was man mit einem Geländefahrzeug wirklich machen kann. Spitze Steine, kein Hindernis, ein ausgetrockneter Bach, ebenfalls nicht. Leider habe ich keinen Beweis von der ganzen Fahrt, da ich mich mit einer Hand festhalten mussten und mit der anderen meinen Rucksack und Fotoapparat stabilisieren musste.

Schlussendlich erreichten wir die Herde und konnten die Elefanten aus nächster Nähe bestaunen.

Wüstenelefanten bilden keine eigene Spezies, haben aber durch ihre Lebensweise im Wüstenklima spezielle Merkmale entwickelt. So haben sie etwas längere Beine, die Füße sind wohl wegen des steinigen Untergrundes grösser und sie können 2-3 Tage ohne Wasser auskommen.

In der von uns gefunden Gruppe waren die klaren Stars zwei kleine Elefanten-“Babies”.

Eines der beiden war noch so klein, dass es ohne Probleme unter dem Mama durchlaufen konnte.

Ist das eine Zahnstocher nach Elefanten-Style? Oder ein hängengebliebener Baum. Oder ist dieser Elefant einfach etwas faul beim Kauen.

Gleichschritt! Marsch!

“Du willst mir doch nicht etwa schief kommen?!? Ich bin ein mächtiger Elefant!”

“Ach, es ist heiss und dieser Weg ist sooo weit, aber ich bin ein Elefant und lasse mir keine Müdigkeit anmerken”

Mit Mama geht das schon viel einfacher.

Ich habe die grossen Füße ja bereits erwähnt. Hier wäre noch der Beweis dazu.

Bei der Beobachtung der Elefanten fiel mir auf, wie friedlich sie waren. Ich hatte zwar schon diverse Begegnungen mit Elefanten. Sie waren (mit wenigen Ausnahmen) auch alle friedlich, aber die Elefanten nahem zumindest Notiz beim Herannahen des Fahrzeugs. Hier wurden die Fahrzeuge komplett ignoriert. Selbst das ohrenbetäubende Quietschen der Fahrzeugfederung wurde komplett ignoriert. Ich, als Elefant, hätte zumindest einmal einen entnerven Kontrollblich gemacht.

Je mehr Stacheln, desto besser, wohl vergleichbar mit scharfem Essen.

Eine Strassenüberquerung muss geübt sein. Die ganze Familie beim Verkehrstraining.

Nach den Elefanten ging es in einer weiten Schlaufe zurück zum Camp. Die Landschaft war wunderbar schön.

Natürlich gab es auch einen Zwischenstopp in einem ausgetrockneten Bach.

Auf der Rückfahrt kamen wir auch am Airstrip von gestern vorbei. Unsere Cessna stand noch da und war bereit für weitere Taten.

Zurück in der Lodge waren die Temperatur bereits auf deutlich über 30 Grad geklettert. Deshalb stand eine Siesta auf dem Programm, gefolgt von Relaxing und Entspannen. Als Fotograf muss man diese Zeit natürlich für produktive Arbeiten “missbrauchen”.

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Und schliesslich kam, was einfach unvermeidlich ist: Ein Gin Tonic zum perfekten Sonnenuntergang. Das Leben hier ist schon hart und entbehrlich …

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