Tag 8 – Grenzerfahrungen im Norden

Auf vielseitigen Wunsch der Mitreisenden wurde ich auf eine einsame Mission geschickt: Die fotografische Dokumentation des Stillen Örtchens. Anfängliche Überlegungen, der Szene mit freiwilligen Statisten mehr Plastizität einzuhauchen, wurden aus naheliegenden Gründen wieder verworfen.

So war ich also auf mich alleine gestellt und blockierte über längere Zeit das Set. Ich hoffe, dass das bei anderen nicht zu irgendwelchen Problem geführt hat …

Georg bereitet sich mental auf die nächste Flugstrecke vor.

Heute flogen wir ohne Zwischenstopp ins Sera Cafema Camp, das am Kunene liegt. Der Kunene stellt die natürliche Grenze zwischen Namibia und Angola dar. Doch zuerst überflogen wir nochmals das Desert Rhino Camp

bevor wir in mehr oder weniger gerader Linie die Mündung des Kunene ansteuerten.

Von dort ging es in leichter Schlangenlinie dem Fluss entlang ins Landesinnere. 20 Kilometer vor der Landung konnten wir einen ersten Blick auf die Lodge werfen, die unmittelbar am Fluss liegt.

Final für den Hartmann’s Valley Airstrip.

Wo sind denn all die Leute auf dem folgenden Foto? Der Fotograf hat sich offensichtlich vergeblich für ein Gruppenbild in Position gebracht, zu spät, da alle schon in den Schatten der Autos geflüchtet waren. Das ist aber auch verständlich, denn wir bewegen uns nun im oberen Bereich der erträglichen Temperatur-Skala.

Die Fahrt zur Lodge ging durchs Hartmann’s Valley.


An einer Stelle ging es ziemlich steil durch eine Sanddüne nach unten. Festhalten war angesagt.

In der Lodge angekommen gab es eine kurze Einführung von Selma, der Managerin, in der sie uns alle Einrichtungen erklärte und auch nahelegte, auf eine Abkühlung im Fluss zu verzichten, da man dort auf gewisse Vierbeiner mit vielen scharfen Zähnen treffen könnte,

Ausblick vom Aufenthaltsbereich der Lodge.

Am Nachmittag war Chillen für Fortgeschrittene angesagt, was bedeutet, dass man mit möglichst wenig Bewegung ein Maximum an Kalorien verbrennt, um für den Sundowner und das anschliessende Nachtessen wieder bereit zu sein. Wir machten uns irgendwann zum Sundowner mit einem kleinen Boot auf. Rechts und links des Flusses zieht sich einer grüner Streifen durch die Wüstenlandschaft.

Manchmal konnten wir durch die Büsche Menschen ausmachen, die gerade zum Fluss gekommen waren.

Nach intensiver Suche wurden wir fündig: Die bereits erwähnten Zähne des Flusses wurden sichtbar, allerdings in kleinerer Ausführung, sozusagen ein pygmy crocodil.

Was nun folgte war eine Grenzüberschreitung für alle von uns und für viele zum ersten Mal. Natürlich hatte es weit und breit keine Zöllner, als wir zu einem Gin Tonic -Degustations-Sundowner angolanischen Boden betraten.

Abendstimmung in der Lodge

Noch ein paar Details zur Sera Cafema Lodge: Sie gilt als eine der abgelegensten Lodges in Namibia. Einmal pro Woche werden Frischwaren eingeflogen. Die nicht verderblichen Güter werden mit Lastwagen in unregelmässigen Abständen in einer 2-3 Tage langen Fahrt von Windhoek hier her geschafft. Die Belegschaft wird für die Ferien jeweils ein- und ausgeflogen, um die Heimreise nicht zum Abenteuer werden zu lassen.