Tag 5 – Work in Progress

Jaja, “Work in Progress” hier, “Work in Progress” da… Überall nur Baustellen. Mein Blog sieht aus wie das Schweizer Strassennetz. Dass meine Kamera, wenn man etwas langsam durchdrückt, gleich genügend Bilder für eine Film schiesst, hilft auch nicht die Situation zu entschärfen. Wenn wir schon beim Ausreden suchen sind, dann hätte ich gleich noch ein weitere bereit: Mein Laptop. Testweise habe ich einen neuen Dell Business-Laptop dabei. Dieser ist zwar super in der Auflösung, leicht und total lautlos, wenn es aber draussen heiss ist, und das ist hier doch öfters der Fall, dann drosselt er die Geschwindigkeit um nicht ins Schwitzen zu geraten. Die Bedienung wird dann extrem träge. Man kann sich vorstellen, wie gut man damit Bilder bearbeiten kann…

Das eigentliche Problem ist aber, dass ich in der letzten Woche fast jeden Tag eine Stunde damit verbracht habe, irgendwelche Emails von der Arbeit weiterzuleiten, umzuleiten oder bei Leuten Frust abzuleiten. Das ist natürlich alles Klönen auf hohem Niveau Winking smile, denn in Tat und Wahrheit geht es mir eigentlich gar nicht so schlecht. Aber Zeit braucht es alle mal, die dann sonst wo fehlt. Morgen habe ich jedoch gute Hoffnung, dass ich den Rückstand aufholen kann. Es geht nämlich weiter an den Lake Bogoria. Die Fahrt ist rund 480 “Speedbumps” lang, was in etwa 8 Stunden entspricht und gibt mir genügend Zeit, die Pendenzenliste aufzuräumen. Und da das Auto gleich auch noch einen 230V Inverter eingebaut hat, geht dem Laptop auch sicher nicht der Saft aus. Damit wäre das “Work in Progress”-Thema abgehakt!

Kommen wir also zur Hauptbeschäftigung am heutigen Tag: Den Gamedrives. In der Regel finden diese am Morgen und Nachmittag statt, während man über Mittag in der Lodge Siesta macht. Am Morgen geht es heute wie üblich um 05:30 mit Kaffee los, der ins Zelt gebracht wird. Pünktlich um 05:50 geht die Fahrt dann los. Beim Sonnenaufgang um 06:20 sind wir schon irgendwo im Park und können die Stimmung geniessen. Typischerweise kommt man für das Mittagessen um 12:00 wieder ins Camp zurück. Und am Nachmittag dauerst der Drive von 4 bis nach Sonnenuntergang, der in Kenia fast das ganze Jahr und 18:15 stattfindet.

Als erstes zeigt sich heute ein alter Bekannter, die “Verreaux’s Eagle-Owl” von gestern Abend. War es gestern eigentlich schon dunkel und die Eule nur mit viel gutem Willen und modernster Technik überhaupt erkennbar, so präsentiert sie sich heute in gutem Licht. Auf dem Bild sieht man es nicht, aber eine Eule kann ohne Problem den Kopf um 180 Grad drehen und dann zudem noch hin und her bewegen. Das sieht schon ziemlich “spooky” aus.

kenia-05-01

Auch heute geht es weiter mit dem Versuch von Action-Shots. Ich nenne es deshalb “Versuch”, da die Erfolgsrate und 25% liegt. Die kleinen Vögel bleiben selten lange am gleichen Ort sitzen, sind aber in ihrem Abflugverhalten total erratisch. Zudem sind sie innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde aus dem Bildausschnitt verschwunden, sodass man idealerweise für die Auslösung des Fotos die Reaktionszeit von Usain Bolt hat.  Bei den Grossen ist es genau umgekehrt. Zwar kann man dort meist die ungefähre Abflugrichtung erahnen und entsprechend vorplanen, dafür braucht man oft viel bis sehr viel Geduld, bis es soweit ist. Bei folgende Bild hat es aber offensichtlich funktioniert.

kenia-05-02

Ein Kingfisher – Eisvogel

kenia-05-03

Dieser Papagei fällt in die Kategorie “kleiner Vogel”, d.h.

kenia-05-04

kenia-05-05

Nestbau

kenia-05-08

kenia-05-09

kenia-05-11Dieser Vogel ist endlich einmal einfach zu bestimmen: “SafariLink”. Damit geht es übrigens am Ende der Reise zurück nach Nairobi.

kenia-05-10

Akrobatisches Flugmanövers eines “Go-Away Birds”. Dieser wird so genannt, da sein Ruf leicht als “Go Away” – “Hau ab” interpretiert werden kann und auch akustisch es einem nahelegt zu verschwinden.

kenia-05-12

Wenn in Zürich-Kloten die Flieger so effizient und lautlos landen würden wie hier, dann hätten wir nicht ständig diesen Streit um den Fluglärm.

kenia-05-13

Nach den Störchen machen sich ebenfalls ein paar Marabous ans Landen, um sich vor dem nahenden Gewitter in Sicherheit zu bringen. Allerdings haben sie, vermutlich durch ihre Grösse bedingt, deutlich mehr Probleme. Der starke Wind scheint sie immer wieder in die Höhe zu treiben.

kenia-05-14

Ein “White-throated Bee Eater” auf einem Ast

kenia-05-15

und im Flug.

 

kenia-05-16Das sind die Störche, die eben gelandet sind. kenia-05-17

Ebenso die Maribus, die ihre Hässlichkeit öffentlich zur Schau stellen.

kenia-05-19

Das nahende Gewitter gibt erstmals die Möglichkeit, ein Stimmungsbild zu machen. Der einzelne Baum oder ein Elefant fehlen noch auf dem Bild.

kenia-05-21Und noch ein Versuch in Farbe. Beim Gewitter bleibt es übrigens ebenfalls bei einem Versuch. Es zieht unverrichteter Ding von dannen.

kenia-05-23

kenia-05-24