Tag 15 – 9. Nov

Nachdem wir gestern hauptsächlich Richtung Osten gefahren wahren, ging es heute nur südlich auf der bekannten Route 40. Die Route 40 ist eine 5000 Kilometer lange Strasse im Westen von Argentinien, die das ganze Land von Norden nach Süden durchquert. Ein grosser Teil der Strecke ist nicht asphaltiert, so auch unser Abschnitt Winking smile 

Hier noch ein kleiner Nachtrag zu gestern: Nachdem ich gestern mehr oder weniger theoretisch über die Stromversorgung geredet habe, sind hier nun zwei Fotos des eigentlichen Kraftwerks. Hochspannung in 3-4 Meter Höhe sucht man wohl vergeblich bei uns zuhause.

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Das eigentliche Generatorhaus.

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Erst bei der Abfahrt sahen wir die Begrüssung der Stadt, abermals ziemlich gross an einem Hang.

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Zum Abschluss noch ein Überblick über die ganze Stadt. Wie man sieht, gab es im Vordergrund wohl einmal ein Wohnbau-Projekt … oder zu viel Geld … oder beides …

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Auf diesem Abschnitt der Route 40 waren einige Lastwagen unterwegs. Je nachdem ob sie schon etwas geladen haben oder nicht, fahren sie quälend langsam oder halsbrecherisch schnell. Das heisst dann immer kurz vor dem Kreuzen die Fenster zu machen. Man hat auch ohne den zusätzlichen Staub schon genug im Auto

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Nachdem ich schon mehrfach über die verschiedenen Tier berichtet haben, folgt nun ein kleiner Vergleich. Fangen wir an mit dem grössten, das am wenigsten Scheu zeigt, dem Lama. Hier sind wir auf einem kurzen Zwischenstopp, irgendwo auf der Route 40. Dieses Exemplar wurde wohl von Menschen aufgezogen und ist sehr zutraulich und auch neugierig.

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Wir machten hier einen Zwischenstopp, da auf einer anderen Reise jemand hier ein Messer vergessen hatte und es unser Fahrer mitnahm, um es später dem richtigen Besitzer zu überreichen.

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Neben dem Lama gab es bei diesem Halt auch ein paar Ziegen zu bewundern. Unter anderem auch noch eine weitere Folge von “king of the hill”.

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Wie schon gesagt, dieses Lama war sehr neugierig und wollte viele Streicheleinheiten.

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Neben dem Lama gibt es auch die Guanacos. Es ist etwas kleiner und lebt im Gegensatz zu den Lamas wild. Auffälliges Merkmal ist der schwarze Kopf. Sie sind nicht sonderlich schreckhaft und lassen sich in der Regel gut fotografieren.

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Die dritten kamelartigen Tiere in diesem Teil von Argentinien sind die Vikunjas (dieses Mal in korrekter Schreibweise, ich werde jetzt aber nicht alle anderen Mal korrigieren). Sie sind äusserst schreckhaft und rennen schon früh weg. Im Vergleich zu den Guanacos sind sie nochmals kleiner. Mehr dazu in Wikipedia.

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Von der Tier zur Pflanzenwelt. Hier der Beitrag zu “was sticht mich den heute”.  Obwohl dies nur ein Grass ist, sind die einzelnen Halme so spitz und starr, dass man davon leicht gestochen werden kann. Es kann schon ganz nervig sein, durch ein ganzes Feld davon zu laufen ohne hohe Schuhe anzuhaben.

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Dies ist eine spezielle Moos-Art, deren Namen ich mir leider nicht merken konnte. Obwohl die Oberfläche ganz weich aussieht, wird sie doch sehr hart. Anzutreffen sind sie über 3000 Meter (oder so).

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Neben dem täglich Stachel gibt es auch den täglich Pass. Heute stand mit dem “Abra del Acay” der höchste Punkt auf der ganzen Route 40 auf dem Programm. Und wie so üblich stimmen die angeschlagenen Höhenangaben nicht. Der “Abra del Acay” ist nämlich 4972 Meter hoch und kratzt damit ganz knapp an der 5000er Marke.

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Die Strasse vom Pass runter.

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Ein paar Kilometer vom Pass entfernt war die Strasse plötzlich gesperrt. Es gab eine behelfsmässige “Umfahrung”, was natürlich für unser 4×4 Gefährt kein grosses Problem war. Der Grund für diese Sperrung war schon etwas surreal in dieser Umgebung: Es wird ein Glasfaserkabel zwischen Cachi und San Antonio verlegt … Sehr gut, dann kann man hoffentlich das nächste Mal das Internet in San Antonio brauchen!

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Je weiter man runter ins Tal fährt, desto grüner wird die Umgebung. Hier ein Bild auf etwa 3000 Meter Höhe.

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Das Mittagessen gab es in “La Poma”, einem kleinen Dorf, das 1930 durch ein Erdbeben zerstört wurde. Zwar wurden offensichtlich manche Häuser wieder aufgebaut, aber die Menschen leben etwa 1 Kilometer entfernt in einer neuen Version des alten Dorfes. So konnten wir im alten Dorf umherwandern, ohne dass jemand gestört wurde. Eine alte Türe aus Kaktus-Holz

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Ein typisches Haus gebaut im typischen Stil jener Zeit

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In dieser kleine Kirche wird einmal pro Jahr ein Gedenk-Gottesdienst für die Opfer des Erdbebens abgehalten. Viel mehr würden diese alten Glocken wohl auch nicht mehr ertragen.

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Nach dem Essen stand ein kurzer Verdauungsspaziergang auf dem Programm. Wir wollten auf den kleinen Vulkan “Los Gemelos” steigen, der ganz in der Nähe lag. Die Anfahrt war aber so ruppig, dass unser 4×4 kapitulieren musste und wir ein paar Meter weiter zu Fuss gehen mussten.

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Der Vulkan war nicht sonderlich attraktiv, die Aussicht von der Spitze dann aber schon.

Eine nicht sonderlich gerade Strasse

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Obwohl wir schon sehr weit unten sind, ist der Blick immer noch frei auf diverse 6000er.

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Wolkenspiele

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Und weiter mit Kakteen im Abstieg vom Vulkan.

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Wobei viele auch am Blühen sind.

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Cachi war nicht mehr weit und unsere Unterkunft dort sehr gediegen. Zum Glück bleiben wir hier zwei Tage. Beim Anblick dieser Stromverkabelung frage ich mich immer wieder, ob da jemand noch den Durchblick hat, oder man einfach jedes Mal ein neues Kabel zieht.

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